Wissen · Schritt 1
Grundlagen des Optionshandels
Die Begriffe, die du für alles Weitere brauchst, und die Kennzahlen, mit denen Optionshändler arbeiten.
Begriffe von A bis Z
- Call
- Recht, eine Aktie bis zum Verfall zum Strike zu kaufen. Wer einen Call verkauft, verpflichtet sich zum Verkauf.
- Put
- Recht, eine Aktie bis zum Verfall zum Strike zu verkaufen. Wer einen Put verkauft, verpflichtet sich zum Kauf.
- Strike
- Der vereinbarte Kauf- oder Verkaufspreis einer Option.
- Prämie
- Der Preis einer Option. Wer verkauft, kassiert sie, wer kauft, bezahlt sie.
- Stillhalter
- Wer Optionen verkauft und dafür die Prämie kassiert.
- Im / am / aus dem Geld
- Im Geld hätte die Option beim Ausüben schon einen Wert, am Geld liegt der Strike nahe am Kurs, aus dem Geld hätte sie noch keinen Wert.
- Laufzeit (DTE)
- Tage bis zum Verfall der Option, englisch Days to Expiration.
- Spread
- Kombination aus einer gekauften und einer verkauften Option desselben Typs. Begrenzt Risiko und Chance.
- Spreadbreite
- Abstand zwischen den beiden Strikes eines Spreads, z. B. 5 Punkte = 500 $ je Kontrakt.
- Expected Move
- Die erwartete Schwankung des Kurses bis zum Verfall, abgeleitet aus der impliziten Volatilität.
- Implizite Volatilität (IV)
- Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite, die im Optionspreis steckt. Hohe IV bedeutet teurere Optionen.
- IV-Rang
- Wo die aktuelle IV zwischen ihrem Tief und Hoch der letzten 12 Monate liegt. 0 = am Jahrestief, 100 = am Jahreshoch.
- IV-Perzentil
- An wie viel Prozent der Handelstage der letzten 12 Monate die IV niedriger war als heute.
- Gewinnwahrscheinlichkeit (POP)
- Geschätzte Chance, dass ein Trade mit Gewinn endet, englisch Probability of Profit.
- LEAP
- Option mit mehr als einem Jahr Laufzeit.
- Rollen
- Eine Position schließen und gleichzeitig eine ähnliche mit anderer Laufzeit oder anderem Strike eröffnen.
IV-Rang und IV-Perzentil im Vergleich
Beide Kennzahlen beantworten die Frage, ob die implizite Volatilität gerade hoch oder niedrig ist, also ob Optionen eher teuer oder günstig sind. Sie rechnen aber unterschiedlich und können deshalb deutlich auseinanderliegen.
| IV-Rang | IV-Perzentil | |
|---|---|---|
| Frage | Wo liegt die IV heute zwischen Jahrestief und Jahreshoch? | An wie vielen Tagen war die IV niedriger als heute? |
| Formel | (IV heute − Tief) ÷ (Hoch − Tief) × 100 | Tage mit niedrigerer IV ÷ alle Handelstage × 100 |
| Stärke | Einfach zu rechnen, zeigt den Abstand zu den Extremen | Unempfindlich gegen einzelne Ausreißer |
| Schwäche | Ein einziger Volatilitätssprung verzerrt die Skala für ein ganzes Jahr | Sagt nichts darüber, wie weit die IV von ihren Extremen entfernt ist |
Rechenbeispiel
Die IV einer Aktie lag in den letzten 12 Monaten zwischen 20 % und 80 %. Das Hoch kam von einem einzigen Kurssturz, sonst lag sie meist um 25 bis 30 %. Heute steht sie bei 35 %. An 200 von 252 Handelstagen war sie niedriger als heute.
(35 − 20) ÷ (80 − 20) × 100. Wirkt niedrig, weil der eine Ausreißer die Skala streckt.
200 ÷ 252 × 100. Zeigt: Die IV ist höher als an den meisten Tagen des Jahres.
Liegen beide Werte hoch, sind Optionen im Jahresvergleich eindeutig teuer. Liegen sie weit auseinander, lohnt ein Blick auf den Verlauf: Meist hat dann ein einzelner Ausreißer den IV-Rang gedrückt. Tom Sosnoff nennt im Video den IV-Rang, etwa ab 30 für Short Puts. Viele Händler schauen sich beide Werte an.